Susanne lernt Offroad fahren – Offroad Fahrkurs

2-tägiger Offroad Fahrkurs „Gelände-Basis Training“

Inzwischen ist an unserem kleinen grünen Würfel schon eine Menge passiert. Die Inspektion ist gemacht, die Durchrostung unter der Batterie instandgesetzt und auch die Reifen sind ausgewählt und montiert. Da alle Vorbereitungen erledigt sind, wird es Zeit für den Offroad Fahrkurs. Ich habe mich für das „Gelände-Basis Training“ von MARKOM – die Geländefahrschule entschieden.

Andreas kommt als Beifahrer mit. Er darf an allen Theorieeinheiten des Offroad Fahrkurses teilnehmen und während der Fahrübungen im Fahrzeug sitzen. Fahren ist aber ausschließlich meine Aufgabe. Es heißt ja nicht ohne Grund: Susanne lernt Offroad fahren

Treffpunkt ist am Samstagmorgen um 9 Uhr in der Nähe von Saverne. Den Theorie-Teil des Kurses absolvieren wir im Tagungsraum eines kleinen elsässischen Hotels. Es geht, unter anderem, um die verschiedenen Antriebskonzepte der teilnehmenden Fahrzeuge. Hierbei handelt es sich um einen Land Rover Defender, einen Jeep Wrangler und meinen kleinen Suzuki Jimny. Wir lernen die Unterschiede zwischen zuschaltbarem und permanentem Antrieb kennen.

Böschungswinkel – Rampenwinkel – Neigungswinkel

Und der Satz der bei mir nach so viel Theorie am besten hängen geblieben ist: „eHdF“ = erst Hirn, dann Fuß!

Pylonengasse vorwärts und rückwärts

Wir genießen gemeinsam das Mittagessen und machen uns anschließend auf den Weg zum Offroad Gelände nach Steinbourg. Volker, unser Trainer, regelt die Formalitäten. Dann dürfen wir auf das Gelände rollen. Andreas und ich kennen das Gelände bereits aus unseren vorherigen Besuchen mit der Serie III. Leider zeigt sich das elsässische Wetter sehr grau und phasenweise nass.

OffroadKurs

Die erste Übung führt uns vorwärts durch eine Pylonengasse. Eine lockere Eingangsübung, die sich zur Herausforderung entwickelt, als wir die gleiche Strecke rückwärts zurückfahren sollen. Glücklicherweise sind die Begrenzungen rechts und links nur Pylonen und kein steiler Abhang. Sonst wäre es mehr als einmal verdammt knapp geworden….

Geschicklichkeitsübung

Anschließend geht es zu einer Geschicklichkeitsübung. Ich soll so genau wie möglich an eine Pylone fahren, auf der oben eine kleine Kugel liegt. Jetzt muss ich den Abstand zwischen Stoßfänger und Pylone schätzen. Ich gebe 20cm an, 23cm sind es. Bis auf 3cm richtig geschätzt, passt….

 Offroad Kurs

Dann soll ich an einer kleinen Steigung direkt an die Pylone ranfahren, ohne die Kugel die drauf liegt runter zu werfen. Gelingt mir leider nicht. Auch nicht im zweiten Versuch. Mein kleiner grüner Würfel hat zu wenig Motordrehmoment. Entweder würge ich den Motor ab oder muss Gas geben, um die Steigung zu schaffen und schubse damit die Kugel von der Pylone. Hier haben die Fahrzeuge mit Dieselmotor Vorteile. Das größere Motordrehmoment sorgt dafür, dass die Fahrzeuge im 1. Gang ganz langsam die Steigung hochklettern. So ist ein feinfühligeres steuern möglich.

Wer sein Auto fordert, muss es auch pflegen!

Der Nachmittag vergeht trotz nassem und kaltem Wetter wahnsinnig schnell. Da die Autos ziemlich schmutzig geworden sind, fahren wir zum Abschluss des ersten Kurstages gemeinsam zum Waschplatz. Jeder darf sein Fahrzeug gründlich abdampfen. Anschließend geht es ins Hotel bzw. für Andreas und mich nach Hause.

OffroadKurs

Am Sonntag treffen wir uns direkt am Offroad-Gelände. Hier werden wir den heutigen Tag verbringen. Wir starten mit zwei verschiedenen Versionen von Schrägfahrt. Und ich ahne bereits, dass mich diese Übungen viel Überwindung kosten werden…

Neigungswinkel und Bauchgefühl

Volker erklärt die Fahrtechnik. Theoretisch klar, praktisch trotzdem schwierig für mich. Die Seitenneigung des Jimnys hat noch keine 10° erreicht, als mein Bauchgefühl flau wird. Jede(r) Fahrer(-in) darf die Neigungspassage mehrfach durchfahren. Mit jeder Runde wird das Bauchgefühl etwas weniger flau.

Kurz darauf stehen wir vor der zweiten Schrägfahrt-Passage. Dieses Mal erreichen wir Neigungswinkel von ca. 15°-18°. Mein Bauchgefühl beschreibt sich wohl am besten als sehr flau! Volker erkundigt sich zwischendurch bei den Beifahrern, ob das Frühstück schon rebelliert. Es sind alle tapfer… Und ich kann von mir sagen, dass ich 15° Neigung alles „schräg genug“ empfinde.

Zwischenzeitlich wird unser Kurs unterbrochen. Wir kommen unverhofft in den Genuss den Bereich „Fahrzeugbergung“ live zu erleben. Ein Defender hat sich in einem Wasserloch festgefahren. Passenderweise hatten wir wenige Minuten vorher besprochen, wie man die Stecke „liest“, bevor man sie befährt. Volker sieht sich die Situation genau an, bespricht mit dem anderen Fahrer das Vorgehen und packt die Bergeseile aus. Wenig später hat der Jeep den Defender befreit. Diese kurze Exkursion hat 30 Minuten in Anspruch genommen.

„eHdF“ = erst Hirn, dann Fuß!

War interessant zu beobachten und führt mich zur Erkenntnis: Lieber vorher mit dem Stock die Wassertiefe prüfen, bevor mein kleiner grüner Würfel im Wasserhindernis absäuft!

Im nächsten Abschnitt geht es um das Thema Achsverschränkung. Je höher die Verschränkung ist, desto länger behalten die Räder den Bodenkontakt. Die Verschränkung am Jimny ist im Vergleich zum Jeep bzw. Defender recht gering. Volker bespricht mit jedem von uns, wie die Passage mit dem jeweiligen Fahrzeug am besten zu meistern ist. Hier habe ich mit dem kurzen Radstand des Jimnys Vorteile. Und dann ist üben, üben, üben angesagt. Es macht mir einfach Spaß!

Grenzen von Mensch und Maschine

Der Offroad Fahrkurs neigt sich dem Ende entgegen und wir dürfen uns an eine richtig steile Abfahrt wagen. Ich bin skeptisch und schaue mir erst einmal an, wie die anderen Teilnehmer diese Übung angehen. Auch nach einer Mitfahrt in einem der anderen Fahrzeuge traue ich mir nicht zu, die Passage selbst zu fahren. Ich kneife! Und spätestens hier wird klar, dass ich schneller an meine Grenzen komme, als mein kleiner grüner Würfel seine Grenzen erreicht.

Danach endet unser Offroad Fahrkurs bei MARKOM – die Geländefahrschule. Die zwei Tage vergingen wie im Flug! Ich bin froh, den Kurs gemacht zu haben. Nun ist üben angesagt, um all das gesammelte Wissen zu festigen. Und somit wird mein nächster Besuch auf dem Offroad-Gelände nicht lange auf sich warten lassen….

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, führt der Rückweg zum Waschplatz und weiter nach Hause.

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