Hobbybrauerei Hopfenmädel

Willkommen in der Hobbybrauerei

Ich bin nicht die Erste die über das Bier brauen als Hobby schreibt, das ist mir klar. Ich weiß auch nicht, wie du den Weg zu meiner Seite gefunden hast. Auf alle Fälle freue ich mich, dass du hier gelandet bist!

Vielleicht hast du schon von „Craftbier“ gehört, vielleicht verfolgst du meinen Instagram-Accountoder du bist selbst leidenschaftliche*r Hobbybrauer*in? Oder nichts davon trifft zu….

Ich bin bekennende Biertrinkerin, hatte aber bis Mitte 2015 nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, dass man Bier auch selbst brauen kann!

Bier brauen als Hobby und wie es dazu kam

Ich habe zufällig einen Artikel über Craftbier gelesen und fand das Thema interessant. Allerdings war der Artikel schnell wieder vergessen. Bis ich im Onlineangebot einer überregionalen Tageszeitung erneut auf das Thema gestoßen bin. Dieses Mal war klar: das MUSS ich einfach ausprobieren.

Nun da ich von der Idee elektrisiert war, kamen unzählige Fragen auf: Wie ist der Ablauf des Brauprozesses?
Welche Utensilien brauche ich?
Und was wird mein Partner dazu sagen?

Der Gesichtsausdruck meines Partners war von der Sorte „Echt jetzt?!“ Aber er kennt mich gut genug, um zu wissen, dass ich von meiner Idee nicht mehr abzubringen bin… So wurde am gleichen Abend die Onlinerecherche begonnen. Aufgrund fehlender Erfahrung und mangels Platz in der Küche einigten wir uns darauf den ersten Versuch mit einem sogenannten Bierkit (enthält alle Zutaten in einer Dose) zu starten.

Brauversuch Nummer 1 mit einem Bierkit

Die Wahl fiel auf ein Irish Stout von MUNTONS. Dazu haben wir uns einen Einkocher ausgeliehen und einiges Zubehör angeschafft. Das Bierkit ist ein Malzextrakt das wir nach Anleitung mit Wasser gemischt haben und anschließend die Hefe zugaben. Nach dem Umfüllen in den Gäreimer hieß es warten…

Die Gärung dauert ca. 7 Tage und jeder einzelne „Blubb“ aus dem Gärröhrchen war ein Ereignis. Da uns die Übung fehlte, hat das Abfüllen der 10 Liter Bier in Flaschen viel Zeit in Anspruch genommen. Für die Reifezeit von 4-6 Wochen – gefühlt unglaublich lange – kamen die Flaschen in den Keller (kühl und dunkel).

Das Stout war tief schwarz, mit einer schönen Schaumkrone und vollmundigem Körper. Das erste selbstgebraute Bier hat hervorragend geschmeckt. Ich war restlos begeistert und habe glatt vergessen das Erstlingswerk im Foto festzuhalten!

Die Hobbybrauerei geht weiter

Da der erste Bierkit-Versuch so gut lief, haben wir anschließend noch ein Brown Ale ausprobiert. Auch dieses Bier hat uns geschmeckt und die Sauerei beim Abfüllen war deutlich kleiner. Der „Bier-Brauer-Virus“ hat uns infiziert. Anfang 2016 stellte sich die Frage, wie es mit der Hobbybrauerei weiter gehen soll. Malzextrakte sind zwar eine feine Sache, haben mit dem eigentlichen Bier brauen aber nur wenig zu tun. Wieder wurde die Onlinerecherche gestartet.

Gerätschaften für die Hobbybrauerei

Die Auswahl ist riesig, von Malzrohr-Anlagen (Grain­fa­ther und Braumeister) über RIMS-Systeme (Braueule) bis hin zu 2- oder 3-Kessel Sudwerken. Wir haben keine Möglichkeit eine permanente Brauküche einzurichten, daher war der Traum vom 2- oder 3-Kessel Sudwerk schnell ausgeträumt. Für unsere Platzverhältnisse kam eher eine Braueule oder ein Braumeister in Frage.

Nach einigem Hin und Her fiel die Wahl auf einen Braumeister 50 von Speidel. Er ist kompakt und vom Gewicht her gerade noch tragbar für mich. Ich möchte ja nicht bei jedem Sud auf die Hilfe meines Partners angewiesen sein.

Der erste Brautag in der Hobbybrauerei

Nachdem der Braumeister eingezogen war konnte es in der Hobbybraierei richtig losgehen. Wir haben Malz (bereits geschrotet), Hopfen und Hefe bestellt und uns ein Rezept ausgesucht. Es sollte ein obergäriges Bier nach Kölsch Art werden, gehopft mit Saphir. Kölsch ist eine geschützte regionale Spezialität, deshalb darf sich unser Bier streng genommen nicht Kölsch nennen.

Zum ersten Brautag in der Hobbybrauerei waren wir hauptsächlich damit beschäftigt die Brauanleitung/Gebrauchsanweisung genau zu lesen – man will ja nichts falsch machen.

Der erste Brautag mit dem Speidel Braumeister

Zuerst das Wasser auf die vorgegebene Temperatur bringen,
dann Einmaischen 
die Rasten durchlaufen
anschließend Läutern
und Spindeln
darauf folgt das Hopfenkochen 
und die Hopfengabe
dann Filtern
dann Abkühlen (lassen)
die Hefe zugeben
fleißig Putzen und Aufräumen
das Brauprotokoll ausfüllen

Es war ein unglaublich spannender Tag, der am Ende mit sämtlichen Reinigungsarbeiten über zehn Stunden gedauert hat.

Die ersten Erkenntnisse aus der Hobbybrauerei

– den Brautag besser früh beginnen, alternativ eine Nachtschicht einlegen
– Braumeister putzen ist ganz schön aufwendig

Nicht zu vergessen, die Zollmeldung (in Deutschland als Hobbybrauer Pflicht) rechtzeitig vor dem Brautag erledigen!

Die Gärung (obergärig) hat 10 Tage in Anspruch genommen.

Am Ende warteten ca. 42 Liter darauf abgefüllt zu werden. Danach gab es wieder einige Utensilien zu putzen. Ich hatte wirklich keine Ahnung wieviel Bier brauen mit Putzen zu tun hat!!!!

Sobald man das erste Bier aus dem Sud trinkt, sind die Mühen aber ganz schnell wieder vergessen

Ein paar Basics zum Thema Craftbier

Zu Thema Craftbier gibt es online unzählige Artikel und noch mehr Meinungen. Ich bin nicht der Profi und kenne mich auch nicht bis ins letzte Detail aus. Trotzdem hier ein paar Begriffe die immer wieder auftauchen.

obergärige Biere & untergärige Biere

Es gibt obergärige Biere und untergärige Biere. Zu den obergärigen Stilen gehören z.B. Weizen/Weisse, Altbier, Pale Ale, IPA, (Amber) Ale, Berliner Weisse, Porter, Stout, Witbier, und Kölsch. 

Zu den untergärigen Stilen gehört z.B. Pils, Export, Bockbier, Helles, Lager, Kellerbier, Märzen und Oktoberfestbier. Dazu gibt es noch spontan vergorene Biere, wie Lambics und Flanders. Diese Sorten trifft man bei uns aber eher selten an.

IBU

Manchmal liest man auf Etiketten den Begriff IBU und eine Zahl dahinter. IBU = International Bitterering Units, diese Beschreiben die Bitterkeit des Bieres. Pils ist z.B. bitterer als ein Weizenbier und gerade die IPAs haben oft einen sehr hohen IBU-Wert. Der IBU Wert kommt durch den Hopfen zustande. Irgendwann schmeckt bitter aber einfach nur noch bitter… 

Malz

Malz gibt es ebenfalls in den unterschiedlichsten Sorten. Bekannte Sorten sind Pilsner Malz, Wiener Malz, Münchner Malz und Weizenmalz. Dazu gibt es zahlreiche Spezialmalze (z.B. Rauchmalz, Röstmalz, Karamellmalz). Malze tragen zum Geschmack und zur Bierfarbe bei. Hier reicht die Spanne von hellen Gelbtönen bis zu (fast) schwarz. Die Farbangabe heißt EBC = European Brewery Convention. Je höher der EBC Wert eines Malzes ist, desto dunkler wird das Bier. 

Hopfen

Beim Hopfen ist die Auswahl noch etwas größer. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Bitterhopfen und Aromahopfen. Zu den Bitterhopfen zählen z.B. die Sorten Nugget, Hallertauer Magnum, Herkules, Topaz, und noch viele mehr. Diese bringen die Bitterkeit ins Bier. Diese wird in %α angegeben. Zu den Aromahopfen gehören z.B. die Sorten Amarillo, Callista, Cascade, Citra, Mandarina Bavaria, Vic Secret, und noch viele mehr. Die Aromen reichen von fruchtig über blumig bis erdig. Hier gibt es eine sehr sehr große Spielweise für alle (Hobby-)Brauer.

Craftbier und die Gläser

Inzwischen gibt es gefühlt für jede Biersorte ein eigenes Glas. Einige Gläser habe ich in meinem Bestand. Das klassische Pils- bzw Weizenglas kennt man. Aber spätestens beim Stoutglas (Mitte) geht es in die Craftbier-Ecke. Gleiches gilt auch für das Teku Glas (links). Dieses sieht man inzwischen bei einigen Craftbier-Marken.

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